In einem vom katholischen Glauben geprägten fast 900 Jahre alten Dorf gehörten und gehören Kreuze zum Alltag. Dies nicht nur auf dem Friedhof oder im Dorf selber, sondern auch in der Feldflur. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts wurden z.B. bei Fronleichnamsprozessionen die im Ort befindlichen Kreuze festlich geschmückt. Für viele Dorfbewohner sind Kreuze ein Ort für ein stilles Gebet oder aber auch nur zum kurzen Innehalten. Kreuze gehören also zum Dorf und in die Flur und wenn sie nicht da wären, würde etwas fehlen. Und da mittlerweile nicht mehr überall Kreuze standen, war man sich einig nach Möglichkeit an allen aus dem Dorf führenden Feldwegen und an den beiden Ausfallstraßen wieder Kreuze auszustellen.
Auf dem Friedhof hinter der Kirchenapsis steht ein Kreuz, das „zum frommen Andenken an den geh. Justiz- und Appellationsgerichts-Rath Herrn Carl Joseph Krey, „geboren zu Düren am 30. Januar 1779 und gestorben zu Köln am 8. Januar 1858“ im Jahre 1859 errichtet wurde. Dieses Kreuz ist seit alters her das Friedhofskreuz. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt der wird leben obgleich er gestorben ist. (Joh.11.25)“.
Seit über 100 Jahren steht an der heutigen Straßengabelung Vogelsangstraße und Prälat-Lessenich-Straße ein Wegkreuz. Dieses Kreuz wurde 1904 „bewidmet“ (gestiftet bzw. aufgerichtet) für Heinrich Schmitz u. Susanne Schmitz geb. Strick. Die Inschrift auf der Vorderseite des Kreuzsockels lautet: „Gelobt sei Jehis Chritius.“ Gepflegt werden das Kreuz und das bewachsene Umfeld hauptsächlich von der Nachbarschaft. Die heutige Prälat-Lessenich-Straße war ein Teil der alten Straße, die über Oberelvenich (Bahnhof) nach Euskirchen ging.

1989 wurde an der heutigen Ausfahrt nach Euskirchen ein Feldkreuz errichtet. Das Kreuz, früher ein Grabkreuz, stammt aus dem Nachbarort. Die Inschrift „Gott schütze unsere Heimat und unsere Flur“ stellt den engen Bezug Rövenichs zur Landwirtschaft dar. Winterlinden, Wildkirsche und eine Hainbuchenhecke umgeben das Kreuz. Barriere frei zu erreichen laden Tisch und Bänke zu einer kleinen Verschnaufpause bzw. zu einem kurzen Innehalten ein.
Ein weiteres Kreuz stellten zwei Rövenicher Familien zur Verfügung, das an der Zülpicher Gasse / Ecke Ellen-Nowotnik-Weg aufgestellt wurde. Die Innschrift lautet: “St. Pankratius 1989“. Das Kreuz wurde also dem heiligen Pankratius, dem Rövenicher Kirchenpatron, feierlich geweiht. Winterlinden, eine Rosskastanie und eine kleine Hainbuchenhecke laden auch hier zum Verweilen bzw. zum Innehalten ein.
Ein Feldkreuz soll, vor langer Zeit, am Feldweg von Rövenich nach Nemmenich gestanden haben. Es ist verschollen. In der Nähe des alten Kreuzes wurde 1998 eine „Ersatzbeschaffung“ vorgenommen. Dieses „Ersatzkreuz“ stammt aus Erp und wurde von einer Rövenicher Familie zur Verfügung gestellt. Eine weitere Rövenicher Familie besorgte die großen Steinplatten, die vor dem Kreuz als Stufen dienen. Die Kreuzinnschrift lautet: „Mutter Gottes führe uns zu deinem Sohn“. Die feierliche Einsegnung erfolgte am 20.Mai 1998. Auch hier lädt die neben dem Kreuz stehende Bank zum Rasten und Innehalten ein. Viele Rövenicher kommen bei ihren Spaziergang entlang der „Lindenallee“ an diesem südlichsten Punkt der Rövenicher Gemarkung vorbei. Auch hier wird die Pflege des Kreuzes und seines Umfeldes von Rövenichern vorgenommen.