Die intensive Besiedlung des Zülpicher Raums durch die Kelten wird durch die dortigen Ortsnamen mit der Endung „ich“ bewiesen. Die Keltische Kultur dürfte sich in der Wesensart der Bewohner und in deren Sitten niedergeschlagen haben.
Die keltischen Religionsvorstellungen wurden auch hier von den Römern übernommen. Im römischen Tolbiacum / Zülpich und seiner Umgebung setzte man den altüberlieferten, aufanischen Schutzgöttinnen genauso eifrig Weihesteine wie in Bonn und Nettersheim. Zülpich und das ganze Umfeld scheinen ein regelrechtes Frauen- und Göttinnenland gewesen zu sein. Ganz offensichtlich waren die Dreiergöttinnen die dominierenden heiligen Schutzwesen des ganzen Zülpicher Landes – und das bestimmt nicht nur zur Römerzeit, sondern bereits in den Jahrhunderten zuvor.
Auch bringt man die Matronae Romanehae, deren Weihesteine man in Euskirchen, Lommersum und Köln gefunden hat, mit Rövenich in Verbindung.
Zu den im Allgemeinen verlorengegangenen Matronensteinen müssen vier Weihesteine gezählt werden, die in Rövenich gefunden wurden. Es wird angenommen, dass die Altarsteine von den Franken nach Rövenich verschleppt wurden. Einer derselben ist von Campanius Victor, Soldat der 1. Minervischen Legion, errichtet. Alle vier Denkmäler trugen den Matronen-Beinamen Gabiae. Diese Bezeichnung kommt nach Ansicht von Fachleuten von dem keltischen Wortstamm „gab“ und dem altgermanischen „gib“, das geben oder spenden bedeutet. Welch gute Gaben mögen die Gabiae den Menschen geschenkt haben: Gesundheit, Glück und ewiges Leben? Die Matronen oder göttlichen Mütter genossen als Schutzgöttinnen des Acker- und Weinbaues eine besondere Verehrung.
Vielfach waren es auch römische Soldaten keltischer Herkunft, die in Lebensgefahr und fern von der Heimat die bekannten Göttinnen um Hilfe anflehten und ihren Dank durch Errichtung eines Weihesteines ausdrückten.