Burgus ist eine von den Römern entlehnte germanische Bezeichnung für turmartige kleinere Kastelle der Spätantike (284-565 n. Chr.), die teilweise auch mit einem Außenwerk und umlaufenden Gräben versehen waren. Der Burgus von Rövenich ist anhand von Luftaufnahmen im Jahr 1964 entdeckt worden.

Im Nordosten von Rövenich steigt das Gelände etwa 7 Meter sanft an, um dann in ein langgestrecktes Plateau überzugehen. Am südwestlichen Rand dieses Plateaus, also der Rövenicher Senke und dem Rotbachtal zugewandt – in der Nähe der heutigen L 264 – lag ein römischer Gutshof, dessen Mauerreste bei der Feldbestellung gelegentlich (und nicht nur früher, sondern auch heute noch) zu Tage treten. Südöstlich davon und in nur ca. 50 Metern Entfernung erscheint als Luftbild ein nahezu quadratisches Gebilde, das sich als dunkler Streifen – einen Graben andeutend – aus der Umgebung abhebt. Solche viereckigen, grabenumwehrten Anlagen sind als Burgi bekannt, als römische Wehreinrichtungen, die seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts – und nicht nur im niedergermanischen Rheinland mit kleinen Truppenabteilungen, die aus verschiedenen Waffengattungen zusammengesetzt sind – an Grenzstrecken und Fernstraßenverbindungen militärische Sicherungsmaßnahmen unterstützen. Sie bestanden aus einem massiven Wachturm, den bisweilen kleinere Gebäude und Keller für Vorräte und Munition umgaben. Das ganze Areal war von einem Wall oder einer Palisade eingefriedet.
Als Annährungshindernis diente außen ein Wehrgraben, der aber kein Wasser führte. Dieses Grabenviereck ist als nachhaltigster Eingriff in den Boden auf dem Luftbild deutlich zu sehen.
Aus der benachbarten Situation von Burgus und römischem Bauernhof bei Rövenich darf man vielleicht auf eine „Beschützerfunktion“ dieser Wehranlage schließen. Die römische Heerstraße Reims – Trier – Zülpich – Köln war allerdings kaum mehr als 1 km weit entfernt.
Damit der Nachwelt die römischen Bauwerke erhalten bleiben, wurde das Ganze nach entsprechender archäologischer Auswertung wieder mit Erde verfüllt.