Das Siechhaus und die Johanniskapelle

Dort, wo die im 9. Jahrhundert gebaute Aachen-Frankfurter Heerstraße (auch Krönungsstraße genannt) früher die römische Heerstraße Köln – Zülpich – Trier – Reims kreuzte, lag die im 15. Jahrhundert gebaute und zu Rövenich gehörende „Siechenanstalt“. Erste urkundliche Erwähnung 1479. Als die Gründerin der Siechenanstalt, Elisabeth von Brohl, Gemahlin des Wilhelm von Vlatten zu Dreiborn, im Jahre 1486 starb, bestand die Anstalt aus sechs Siechen-(Wohn-)Häusern, einer Kapelle und einem Gasthaus, das der Behandlung der Kranken dienen sollte. 1712 wurden die baufälligen Siechenhäuser abgerissen. Die Kapelle wurde 1698 „erneuert“.

Das auf Leinwand gemalte Altarbild des hl. Johannes des Täufers, dem die Kapelle geweiht wurde, aus dem 17. Jahrhundert, hängt seit der letzten aufwendigen Restaurierung in 1992 in der Rövenicher Pfarrkirche St. Pankratius. Die letzte große Kapellenrenovierung fand 1986 / 1987 statt.

Die „Siechen-Gaststätte“ war Jahrhunderte lang Bestandteil der „Siechenanstalt“, und auch nach dem Abriss der „Siechen-(Wohn-)Häuser“ in 1712 bestand das Haus fort. Heute wird das „Siechhaus“ als Café mit Fremdenzimmern bewirtschaftet.